Übersicht – Titel
Collegium Novum Zürich im Haus Konstruktiv I
Schweizer Mittdreissiger/in
Collegium Novum Zürich im Haus Konstruktiv II
«Meine Musik muss kurz sein»
Collegium Novum Zürich im Haus Konstruktiv III
Zeichen und andere Charaktere
Jandl-Salon im Brockenhaus
Schönbergs Verein und sein Erbe
Collegium Novum Zürich im Haus Konstruktiv IV
Kathedralen des Klangs
Collegium Novum Zürich im Haus Konstruktiv V
Gastkonzerte
Samstag, 4. September 2010 21/ 22 / 23 / 24 Uhr
Haus Konstruktiv
im ewz Unterwerk Selnau
Selnaustrasse 25,
8001 Zürich
Johannes Nied, Kontrabass
www.langenacht.ch
www.hauskonstruktiv.ch
Johannes Nied Improvisationen über Objekte der Ausstellung ganz konkret – 100 Jahre Entwicklung
Lange Nacht der Museen: Verführungskünste
«Ich habe dann versucht eklatant schön zu spielen, soweit das
möglich ist auf meinem Instrument. Und ich habe mir gedacht, das soll
mir jetzt ein Zeichen sein: Wenn ich ihr auffalle mit meinem schönen
Spiel, und wenn sie herschaut, meinetwegen herschaut ... Sie hat dann
nicht hergeschaut ... Es ist auch sonst niemand etwas aufgefallen
...»
Das prominente Beispiel über den kläglich gescheiterten Versuch mit
dem Kontrabass zu verzaubern (in Patrick Süskinds gleichnamigem
Bühnenstück), hat uns angeregt, das Publikum der Langen Nacht der
Verführungskünste in Zürichs Museen mit dem von Süskinds
Protagonisten verunglimpften Instrument vom Gegenteil zu überzeugen.
Johannes Nied improvisiert in der aktuellen Ausstellung zur
100-jährigen Geschichte der konkreten Kunst im Haus Konstruktiv auf
dem Kontrabass. Bezüge zu den ausgestellten Bildern und Objekten,
die sich weder durch tatsächliche Abstraktion noch symbolische
Bildhaftigkeit auszeichnen, entstehen durch das
spielerisch-fortspinnende Variieren in der musikalischen Improvisation:
Das Kreisen um einen einzelnen Ton, das mehrfache Abwandeln eines
rhythmischen Grundgedankens oder das Entwickeln
von Tonskalen mögen an die Erforschung geometrischer
Gesetzmässigkeiten erinnern, die den Vertretern der konkreten Kunst
ein wichtiges Anliegen war.
Der Schauspieler Christian Heller liest Ausschnitte aus Der Kontrabass.
Eintritt im Ticket für die Lange Nacht der Museen inbegriffen
Mittwoch, 15. September 2010, 20 Uhr
Tonhalle Zürich, Kleiner Saal
Collegium Novum Zürich
Stefan Wirth, Klavier
Bettina Boller, Violine
Michael Wendeberg, Leitung
Einführung mit Xavier Dayer, Rico Gubler, Cécile Marti und Stefan Wirth
Foyer, 19 Uhr
Xavier Dayer Le désert, c’est ce qui ne finit pas de finir / L’océan, c’est ce qui finit de ne pas finir für Ensemble (2010)
Cécile Marti AdoRatio für Sologeige und Ensemble (2010)
Rico Gubler ROS für Oboe, Trompete, vier Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass und Klavier (2010)
Stefan Wirth Le cru et le cuit für Klavier und Ensemble (2010)
Vier Ensemblekompositionen sind im Hinblick auf das Schweizer Tonkünstlerfest von Pro Helvetia und dem Lucerne Festival – in dessen Rahmen die Werkschau schweizerischen Musikschaffens in diesem Jahr stattfindet – in Zusammenarbeit mit dem Collegium Novum Zürich in Auftrag gegeben worden. Den Komponierenden ist neben ihrer Altersstruktur und ihrem Schweizer Pass eines gemeinsam: Sie kamen als Instrumentalisten zum Komponieren, ein biografi sches Merkmal, das durchaus Einfl uss auf die Kompositionsweise hat. So fordert Stefan Wirth den Pianisten in sich gleich selber heraus, mit ‹Schaltkreisen› aus den mythischen Tiefen des südamerikanischen Regenwaldes. Rico Gubler, als Saxophonist auch er Mitglied des Collegium Novum Zürich, verleiht mit ROS an der symbolträchtigen Schnittstelle zwischen ‹Eros› und ‹Rose› jedem Instrument seine eigene Stimme – im wahrsten Sinne des Wortes. Cécile Marti bringt ihre ‹Adoratio(n)› für Violinkonzerte mit einer Synthese aus starker Emotion und struktureller Stringenz zum Ausdruck. Dahingegen wird beim ehemaligen Gitarristen Xavier Dayer weniger das Wechselspiel zwischen Individualität (Solo) und Kollektiv (Tutti) thematisiert, als vielmehr die ausweglose Abhängigkeit des vermeintlich grenzenlosen Ozeans und der nur als Illusion existierenden Unendlichkeit der Wüste.
Vorverkauf ab 16.08.2010
Donnerstag, 18. November 2010, 20 Uhr
Haus Konstruktiv im ewz Unterwerk Selnau
Selnaustrasse 25, 8001 Zürich
Matthias Ziegler, Flöte
Stefan Buri, Fagott
Christoph Brunner, Schlagzeug
Jacqueline Ott, Schlagzeug
Mats Scheidegger, Gitarre
Patrick Jüdt, Viola
Johannes Nied, Kontrabass
Hugues Dufourt L’Île sonnante für E-Gitarre und Schlagzeug (1990)
Salvatore Sciarrino Il legno e la parola für Marimba solo (2004)
Elliott Carter Au Quai für Viola und Fagott (2002)
Rebecca Saunders Molly’s Song 3 – shades of crimson für Altflöte, Viola und Gitarre mit vier Radios und Spieldose (1996)
Lois V. Vierk Io für Flöte, Gitarre und Marimba (2003)
Julio Estrada Yuunohui’nohui für Kontrabass solo (1985)
Salvatore Sciarrino Tre duetti con l’eco für Flöte, Viola und Fagott (2006)
Gérard Grisey Stèle für zwei Schlag- zeuger (1995)
Îles Sonnantes
Die neue Kunst hat den Grundsatz in den Vordergrund gestellt, dass
Kunst nur sich selbst zum Inhalt haben kann. So fi nden wir denn in ihr
nicht die Idee von irgendetwas, sondern nur die Idee von der Kunst
selbst, von ihrem Selbstinhalt. Die ureigene Idee der Kunst ist ihre
Gegenstandslosigkeit. » In der Musik wird diese durch die
Flüchtigkeit des musikalischen Augenblicks zusätzlich
potenziert. Und so überrascht es nicht, dass zeitgleich zu Wassily
Kandinskys zitierter Suche nach der ‹reinen Kunst› auch
die Musikgeschichte mit starken Tendenzen, sich von der an der Natur
orientierten Expressivität des 19. Jahrhunderts zu lösen,
aufwartet.
Während sich das erste Konzert zur Jubiläumsausstellung ganz konkret – 100 Jahre Entwicklung dem spielerischen Umgang mit Formen und Mustern widmete, steht diesmal der Klang als musikalisches Arbeitsmaterial im Zentrum. In freier Anlehnung an Theo van Doesburg, den Mitbegründer der konkreten Kunst, könnte man sagen: Nichts ist konkreter, wirklicher als ein Klang. Die Tiefe des klanglichen Ereignisses, das erst in der Gegenüberstellung mit der Leere (Stille) seine volle Wirkungskraft entfaltet, bestimmt Salvatore Sciarrinos Schaffen. Das andere Ende der Skala markiert Hugues Dufourt, der mit verfremdeter Gitarre und metallischem Schlagwerk massige Klangblöcke formt.
Vorverkauf ab 14.10.2010
Montag, 13. Dezember 2010, 20 Uhr
Tonhalle Zürich, Kleiner Saal
Collegium Novum Zürich
Matthias Ziegler, Flöte
Matthias Arter, Oboe
Heinrich Mätzener, Klarinette
Stefan Buri, Fagott
Tomás Gallart, Horn
Christoph Keller, Klavier
Heinz Holliger, Leitung
Einführung mit Heinz Holliger
Foyer, 19 Uhr
Arnold Schönberg/Heinz Holliger Sechs kleine Klavierstücke op. 19 (1911), bearbeitet für Kammerensemble (2006)
Arnold Schönberg Sechs kleine Klavier- stücke op. 19 (1911)
Heinz Holliger Toronto Exercises für Flöte, Klarinette, Violine, Harfe und Marimbaphon (2005)
Elliott Carter Mosaic für Kammer- ensemble (2004)
Heinz Holliger h für Bläserquintett (1968)
Bernd Alois Zimmermann Das Gelb und das Grün, Musik zu einem Puppen- theater für Ensemble (1952)
«Meine Musik muss kurz sein. Knapp! in zwei Noten: nicht bauen, sondern ausdrücken!! Und das Resultat, das ich erhoffe: keine stilisierten und sterilisierten Dauergefühle. Das gibt’s im Menschen nicht.» So schrieb Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni 1909 und entsprechend komprimiert gerieten denn auch seine kleinen Klavierstücke. Heinz Holligers Vorliebe für miniaturhafte und zerbrechliche Formgebilde fand darin ihre Entsprechung und so erweiterte er die Stücke und setzte dabei auf die Instrumentierung, wie sie Arnold Schönberg in seinem Verein für musikalische Privataufführungen verwendete: ein beziehungsreicher Auftakt zur thematischen Reihe der Bearbeitungen also, zumal Das Gelb und das Grün von Bernd Alois Zimmermann ebenso auf einen Zyklus für Klavier solo zurückgeht. Diesen adaptierte der Komponist für das Puppentheater des Schweizer Geschäftsmanns Fred Schneckenburger und erweiterte ihn später zu einer Art ‹orchestriertem Klaviersatz› [Zimmermann]. Auch Elliott Carter greift auf eine konzise Formstruktur zurück und ist dabei in seinem aus prägnanten koloristischen Kunstgriffen bestehenden Mosaic seinem Bewunderer Heinz Holliger nah, dessen kleine Werkschau knapp vierzig Jahre umfasst.
Vorverkauf ab 01.09.2010
Donnerstag, 20. Januar 2011, 20 Uhr
Haus Konstruktiv im ewz Unterwerk Selnau
Selnaustrasse 25, 8001 Zürich
Christoph Brunner, Schlagzeug
Urs Walker, Violine
Patrick Jüdt, Viola
Imke Frank, Violoncello
Martina Schucan, Violoncello
Georges Aperghis Requiem furtif für Violine und Claves (1998)
Beat Furrer Solo für Violoncello (1999)
Rico Gubler In Sand gemeisselt für Viola, Violoncello und Schlagzeug (1998)
Morton Feldman Durations 4 für Violine, Violoncello und Vibraphon (1961)
Jean-Charles François Non-Renouvelable für Drumset solo (2008)
Ivan Wyschnegradsky Streichtrio op. 53 (1979)
In Sand gemeisselt
Als Gegenstück zum zweiten Konzert im Rahmen der Ausstellung ganz konkret – 100 Jahre Entwicklung
konzipiert, richtet sich die Musik diesmal nicht auf das Innenleben
oder die Intensivierung des Klangs, sondern auf seine Ränder:
Verhuschtes, Flüchtiges, Grenzüberschreitendes… Als
Pionier sprengte Ivan Wyschnegradsky das herkömmliche
Klangspektrum durch mikrotonale Erweiterungen und revolutionierte damit
den Materialbegriff nachhaltig. Während Rico Gubler seinem
Werktitel entsprechend Formen fixiert, die sich im nächsten
Atemzug gleich Fussspuren im Sand wieder auflösen, siedelt Beat
Furrer seine Klangstudie im dynamischen Bereich an der Grenze zum
Unhörbaren an.
Radikale Reduktion und Offenlegung waren denn auch die zentralen
Anliegen der Begründer der konkreten Kunst. Nichts weniger als die
Loslösung vom symbolhaften Ideal der Romantik und die Entwicklung
einer rein geistigen Kunst strebten sie an. «Das Kunstwerk darf
nichts von den formalen Gegebenheiten der Natur, der Sinne und der
Gefühle enthalten. Wir wollen Lyrismus, Dramatik, Symbolik usw.
ausschalten.» Auch wenn die Radikalität eines Theo van
Doesburg heute etwas überholt erscheinen mag, so wirken die Folgen
der künstlerisch-intellektuellen Revolution von damals dennoch bis
heute nach – in der bildenden Kunst wie in der Musik.
Vorverkauf ab 16.12.2010
Mittwoch, 2. Februar 2011, 20 Uhr
Tonhalle Zürich, Kleiner Saal
Collegium Novum Zürich
Christoph Keller, Klavier
Rahel Cunz, Violine
Peter Hirsch, Leitung
Einführung mit Philippe Racine und Hans Zender
Foyer, 19 Uhr
Claude Debussy/Hans Zender Fünf Préludes für Klavier solo (1909 – 13), instrumentiert für kleines Orchester (1991)
Roberto Gerhard Concerto for Eight (1962)
Philippe Racine Poème de l’usure für Ensemble (2010) Uraufführung Auftragskomposition des Collegium Novum Zürich
Roberto Gerhard Gemini, Duo concertante für Violine und Klavier (1966)
Hans Zender 4 Enso (LO-SHU VII) für zwei Instrumentengruppen (1997)
Seit drei Jahren begleitet der Sternzeichen-Zyklus von Roberto Gerhard das Collegium Novum Zürich als Konzert- und CD-Projekt. Nach Libra und Leo folgt nun der Abschluss mit Gemini. Gleichzeitig kommt ein gewichtiges Werk hinzu, dem Gerhard den Charakter eines Divertimentos zugedacht hat. Im Geiste der commedia dell’arte geschrieben, überträgt er den acht Instrumenten mit quasi improvisierten Wendungen und ‹Maskierungen› (mittels unerwarteter Spielweisen) die Rollen von Protagonisten, ohne allerdings dem imaginären Theater eine aussermusikalische Handlung zugrunde zu legen. Ähnliche, im Hintergrund wirkende Inspirationsquellen durch bildhafte, fast programmatisch anmutende Motive fi nden sich in Claude Debussys Préludes für Klavier solo wieder, deren Klanglichkeit von Hans Zender gleichsam aufgefächert wurde. Die gegenteilige Wirkung verfolgt Zender mit seinen Lo-Shu-Werken, in denen er «konzentrative Zeiterfahrung statt zerstreuende Informationsfülle» sucht. Das Zen-Zeichen ‹Enso› ist denn auch das Symbol der Leere, damit ein unbesetztes Symbol, und steht folglich für alle Zeichen – einschliesslich der Worte. In diesem Spannungsfeld bezieht Philippe Racine, Flötist des Collegium Novum Zürich, Position und lässt dabei möglicherweise seine Verbundenheit mit Debussy durchschimmern.
Vorverkauf ab 01.09.2010
Donnerstag, 3. März bis Samstag, 5. März 2011, jeweils 20 Uhr
Zürcher Brockenhaus
Neugasse 11, 8031 Zürich
Collegium Novum Zürich
Hélène Couture, Mezzosopran
Morgan Moody, Bariton
Cornelia Kallisch, Sprechstimme
Peter Schweiger, Sprecher
Helmut Vogel, Sprecher
Schauspiel-Studierende der Zürcher Hochschule der Künste
David Philip Hefti, Leitung
www.zuercher-brockenhaus.ch
www.zhdk.ch
Donnerstag, 3. März 2011
Liedl-Abend
Werke von Mischa Käser u. a.
Freitag, 4. März 2011
... bloss kein Gesang ...
Werke von Arnold Schönberg, Hanns Eisler, Peter Maxwell Davies
Samstag, 5. März 2011
Eine Art Chansons
Werke von Friedrich Cerha, Ernst Jandl, Gerhard Rühm u. a.
Ein Dichter und Schriftsteller gibt der Konzertreihe im Zürcher Brockenhaus 2011 seinen Namen: Ernst Jandl. Der vom Dadaismus beeinflusste Ur-Wiener steht nicht nur für eine experimentelle Dichtkunst und scharfzüngige Kommentierung politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen, sondern pflegte auch zeitlebens ein intensives Verhältnis zur Musik: Als Vortragender seiner eigenen Texte in viel beachteten Lesungen oder in der Verbindung von Sprache und Jazz – dem seine grosse Liebe galt. Dass er seine Gedichte dem Gesang, dem Wohlklang entziehen wollte, entpuppt sich bei der Anhörung der zahlreichen Aufzeichnungen seiner Lesungen nur als vermeintlicher Widerspruch. Vielmehr wird deutlich, wie sehr ihm der musikalische Ausdruck im Umgang mit dem Wort am Herzen lag. «Wenn ich Musik machen könnte, würde ich keine Gedichte machen, oder nur ganz nebenbei.» Der Salon nähert sich dem Phänomen Ernst Jandl gut zehn Jahre nach seinem Tod auf ganz unterschiedlichen Wegen: mit Text-Vertonungen von Mischa Käser und Friedrich Cerha, mit (musikalischen) Sprachspielen und Lesungen von Texten der Wiener Gruppe (zu welcher auch Jandl gehörte), mit instrumentalen Jazz-Kompositionen von damals und heute und mit Meilensteinen des Sprechgesangs: Arnold Schönbergs Pierrot lunaire und Peter Maxwell Davies’ Eight Songs for a Mad King.
Vorverkauf ab 01.02.2011
Montag, 28. März 2011, 20 Uhr
Tonhalle Zürich, Kleiner Saal
Collegium Novum Zürich
Olivia Stahn, Sopran
Pablo Heras-Casado, Leitung
Einführung mit Isabel Mundry und Jörn Peter Hiekel
Foyer, 19 Uhr
Johann Strauss/Wolfgang Rihm Unter Donner und Blitz, Polka op. 324 (1868), bearbeitet für kleines Ensemble (1982)
Ferruccio Busoni/Erwin Stein Berceuse élégiaque op. 42 (1909), bearbeitet für neun Instrumente (1921)
Johann Strauss/Cristóbal Halffter Annen-Polka op. 117 (1852), bearbeitet für Kammerensemble (1982)
Anton Webern Sechs Stücke op. 6 für Orchester (1909), reduzierte Fassung (1928)
Arnold Schönberg/Hanns Eisler/ Erwin Stein/Klaus Simon Sechs Orchesterlieder op. 8 (1903 – 05), bearbeitet für Gesang und Kammerensemble (1921/2007), Schweizer Erstaufführung (Nr. 3, 4, 6)
Johann Strauss/Arnold Schönberg Kaiser-Walzer op. 437 (1888), bearbeitet für Flöte, Klarinette, Klavier und Streichquartett (1925)
Herzstück und Kulmination der Bearbeitungs-Thematik gewissermassen: Die Reise führt in die Zeit der Zweiten Wiener Schule und zeigt diese aus einer ungewohnten Perspektive. Wie so oft ist es der vermeintlich bekannte Arnold Schönberg, der mit Innovationsgeist und Offenheit überrascht. Auf seine Initiative hin entstand 1918 der Wiener Verein für musikalische Privataufführungen mit dem Ziel, gewichtige Kompositionen der neueren Musikgeschichte einem ausgewählten Kreis von Zuhörern bekannt zu machen. Hierfür galten rigide Spielregeln: Ein striktes Verbot von Beifalls- oder Missfallenskundgebungen sollte beispielsweise jede Ablenkung verhindern. Da die Mittel beschränkt waren, wurden Orchesterwerke für kleinere Besetzungen umgeschrieben. So schuf der Schönberg-Schüler Anton Webern eine Kammerorchester-Fassung seines Opus 6 und Schönberg trat nicht nur als Urheber eigener Werke auf, sondern widmete sich als Bearbeiter u. a. dem Wiener Walzer-König Johann Strauss. Letzterem wandten sich in jüngeren Jahren Wolfgang Rihm und Cristóbal Halffter zu und adaptierten je eine Polka für die charakteristische ‹Vereins-Besetzung›.
Symposium zum Thema Bearbeitungen der Zürcher Hochschule der Künste, Departement Musik: Freitag, 25. März 2011
Vorverkauf ab 01.09.2010
Donnerstag, 14. April 2011, 20 Uhr
Haus Konstruktiv im ewz Unterwerk Selnau
Selnaustrasse 25, 8001 Zürich
Die Besetzung für dieses Konzert wird später bekannt gegeben.
Das Programm für dieses Konzert wird später bekannt gegeben.
Das Collegium Novum Zürich brachte in den vergangenen Konzertsaisons eine singende Geigerin, ein Blechblasensemble, einen schreitenden Schlagzeuger, zwei improvisierende Saxophonisten und weitere rund 50 Musikerinnen und Musiker in solistischer oder kammermusikalischer Besetzung, ausserdem Werke von fast ebenso vielen zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten aus aller Welt und nicht zuletzt 100 Metronome (für György Ligetis Komposition Poème symphonique) ins Haus Konstruktiv. Das Museum dient dabei nicht nur als Konzertsaal, sondern gibt mit den wechselnden Ausstellungen Impulse für die unterschiedlichen musikalischen Programme, die in ihrer Wirkung illustrativ kommentierend, überraschend entgegengesetzt oder schlicht korrespondierend sein können.
Die fruchtbare Zusammenarbeit führt nun dazu, dass in dieser Saison die Anzahl der gemeinsam veranstalteten Konzerte im Haus Konstruktiv auf insgesamt fünf Termine erhöht wird und damit für das Publikum eine Gelegenheit mehr besteht, sich auf neue Dimensionen des Hörens und Sehens einzulassen.
Vorverkauf ab 10.03.2011
Dienstag, 14. Juni 2011, 20 Uhr
Tonhalle Zürich, Kleiner Saal
Collegium Novum Zürich
Anna Palimina, Sopran
Peter Rundel, Leitung
Einführung
Foyer, 19 Uhr
Emmanuel Nunes Omens II für Flöte, Klarinette, Trompete, Posaune, Viola, Violoncello, Harfe, Vibraphon und Celesta (1972)
Claude Vivier Trois airs pour un opéra imaginaire für Sopran und Ensemble (1982)
Richard Wagner/Reinbert de Leeuw Tristan und Isolde, Vorspiel (1856), bearbeitet für Kammerensemble (1982)
Emmanuel Nunes Nachtmusik I für Viola, Violoncello, Englischhorn, Bassklarinette und Posaune (1977/78)
Der portugiesische Komponist Emmanuel Nunes hat in seiner kompositorischen Arbeit eine ureigene Klangwelt geschaffen, die mit einer enormen Komplexität und Dichte Räume von ergreifender Monumentalität und betörender Farbigkeit entstehen lässt. Geprägt von den beiden dominierenden Denkansätzen der Nachkriegszeit, entwickelte er eine Synthese aus der harmonischen Strenge von Pierre Boulez und der visionären Grossform von Karlheinz Stockhausen, in welcher auch Platz ist für den Klang der musikhistorischen Vergangenheit. Ein Grossteil seiner Werke lässt sich zwei Zyklen zuordnen: Im titellosen ersten – zu welchem Omens II zählt – erscheinen die Töne G, Gis, E, A wie «der unbewusste, allen Werken zugrunde liegende Obertonklang» [Nunes]. Für den Zyklus Die Schöpfung erarbeitete er ab 1977 eine eigentliche musikalische ‹Grammatik›, der ein ausgeklügeltes rhythmisches Prinzip zugrunde liegt, das in sämtlichen Werken der Reihe zum Tragen kommt, variiert und fortentwickelt wird. Ausgangspunkt des Zyklus bildet Nachtmusik I, deren Klanglichkeit der Komponist in die Nähe von Wagners Tristan rückte. Das Mystische dieser Musik ist auch den Werken des mit 34 Jahren ermordeten Kanadiers Claude Vivier eigen, der einst bekenntnishaft schrieb: «Ich will, dass die Kunst heilig ist».
Vorverkauf ab 01.09.2010
Donnerstag, 30. Juni 2011, 20 Uhr
Haus Konstruktiv im ewz Unterwerk Selnau
Selnaustrasse 25, 8001 Zürich
Die Besetzung für dieses Konzert wird später bekannt gegeben.
Das Programm für dieses Konzert wird später bekannt gegeben.
Das Collegium Novum Zürich brachte in den vergangenen Konzertsaisons eine singende Geigerin, ein Blechblasensemble, einen schreitenden Schlagzeuger, zwei improvisierende Saxophonisten und weitere rund 50 Musikerinnen und Musiker in solistischer oder kammermusikalischer Besetzung, ausserdem Werke von fast ebenso vielen zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten aus aller Welt und nicht zuletzt 100 Metronome (für György Ligetis Komposition Poème symphonique) ins Haus Konstruktiv. Das Museum dient dabei nicht nur als Konzertsaal, sondern gibt mit den wechselnden Ausstellungen Impulse für die unterschiedlichen musikalischen Programme, die in ihrer Wirkung illustrativ kommentierend, überraschend entgegengesetzt oder schlicht korrespondierend sein können.
Die fruchtbare Zusammenarbeit führt nun dazu, dass in dieser Saison die Anzahl der gemeinsam veranstalteten Konzerte im Haus Konstruktiv auf insgesamt fünf Termine erhöht wird und damit für das Publikum eine Gelegenheit mehr besteht, sich auf neue Dimensionen des Hörens und Sehens einzulassen.
Vorverkauf ab 26.05.2011

Samstag, 24. Juli 2010, 11.30 Uhr
Lech am Arlberg
Collegium Novum Zürich
Jeannine Hirzel, Mezzosopran
Roswitha Müller, Alt
Michael Wendeberg, Leitung
Jorge E. López Traumzeit und Traumdeutung – Sinfonische Aktion im Bergraum op. 11 (1996/97)
Ersatztermin im Falle von Schlechtwetter: Sonntag, 25. Juli 2010

Samstag, 11. September 2010, 11 Uhr
Luzern, KKL – Luzerner Saal
Collegium Novum Zürich
Stefan Wirth, Klavier
Bettina Boller, Violine
Michael Wendeberg, Leitung
Xavier Dayer Le désert, c’est ce qui ne finit pas de finir / L’océan, c’est ce qui finit de ne pas finir für Ensemble (2010), Uraufführung
Cécile Marti AdoRatio für Sologeige und Ensemble (2010), Uraufführung
Rico Gubler ROS für Oboe, Trompete, vier Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass und Klavier (2010), Uraufführung
Stefan Wirth Le cru et le cuit für Klavier und Ensemble (2010), Uraufführung

Donnerstag, 16. September 2010, 20.30 Uhr
Absam, Kultur- und Veranstaltungs- zentrum Kiwi
Collegium Novum Zürich
Stefan Wirth, Klavier
Bettina Boller, Violine
Michael Wendeberg, Leitung
Xavier Dayer Le désert, c’est ce qui ne finit pas de finir / L’océan, c’est ce qui finit de ne pas finir für Ensemble (2010)
Cécile Marti AdoRatio für Sologeige und Ensemble (2010)
Rico Gubler ROS für Oboe, Trompete, vier Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass und Klavier (2010)
Stefan Wirth Le cru et le cuit für Klavier und Ensemble (2010)

Samstag, 6. November 2010, 20 Uhr
Freiburg im Breisgau, Hochschule für Musik – Konzertsaal
Collegium Novum Zürich
Olga Pasichnyk, Sopran
Heinrich Mätzener, Klarinette
Elmar Schmid, Klarinette
Jacqueline Ott, Schlagzeug
Stefan Wirth, Klavier
Bettina Boller, Violine
Urs Walker, Violine
Hugo Bollschweiler, Viola
Imke Frank, Violoncello
Martina Schucan, Violoncello
Johannes Nied, Kontrabass
Jörg Widmann, Klarinette/Leitung
Jörg Widmann ... umdüstert ... für Kammerensemble (1999/2000)
Jörg Widmann Fantasie für Klarinette solo (1993)
Jörg Widmann Sieben Abgesänge auf eine tote Linde nach Gedichten von Diana Kempff für Sopran, Violine, Klarinette und Klavier (1997)
Jörg Widmann Fieberphantasie für Klavier, Streichquartett und Klarinette (1999)
Jörg Widmann Freie Stücke für Ensemble (2002)

Dienstag, 14. Dezember 2010, 20 Uhr
Köln, Philharmonie
Collegium Novum Zürich
Juliane Banse, Sopran
Heinz Holliger, Oboe/Leitung
Arnold Schönberg/Heinz Holliger Sechs kleine Klavierstücke op. 19 (1911), bearbeitet für Kammerensemble (2006)
Bruno Maderna Konzert für Oboe und Kammerensemble Nr. 1 (1962)
Heinz Holliger Toronto Exercises für Flöte, Klarinette, Violine, Harfe und Marimbaphon (2005)
György Kurtág Messages of the Late R.V. Troussova, 21 Lieder nach Gedichten von Rimma Dalos für Sopran und Kammerensemble op.17 (1976 – 80)

Samstag, 22. Januar 2011, 20 Uhr
Fribourg, Museum für Kunst und Geschichte – Lapidarium
Christoph Brunner, Schlagzeug
Urs Walker, Violine
Patrick Jüdt, Viola
Imke Frank, Violoncello
Martina Schucan, Violoncello
Georges Aperghis Requiem furtif für Violine und Claves (1998)
Beat Furrer Solo für Violoncello (1999)
Rico Gubler In Sand gemeisselt für Viola, Violoncello und Schlagzeug (1998)
Morton Feldman Durations 4 für Violine, Violoncello und Vibraphon (1961)
Jean-Charles François Non-Renouvelable für Drumset solo (2008)
Ivan Wyschnegradsky Streichtrio op. 53 (1979)

Freitag, 8. April 2011, 20 Uhr
Luxembourg, Philharmonie – Salle de Musique de Chambre
Collegium Novum Zürich
Olga Pasichnyk, Sopran
Heinrich Mätzener, Klarinette
Elmar Schmid, Klarinette
Jacqueline Ott, Schlagzeug
Stefan Wirth, Klavier
Bettina Boller, Violine
Urs Walker, Violine
Hugo Bollschweiler, Viola
Imke Frank, Violoncello
Martina Schucan, Violoncello
Johannes Nied, Kontrabass
Jörg Widmann, Leitung
Jörg Widmann ... umdüstert ... für Kammerensemble (1999/2000)
Jörg Widmann Sieben Abgesänge auf eine tote Linde nach Gedichten von Diana Kempff für Sopran, Violine, Klarinette und Klavier (1997)
Jörg Widmann Fieberphantasie für Klavier, Streichquartett und Klarinette (1999)
Jörg Widmann Freie Stücke für Ensemble (2002)

Donnerstag, 19. Mai 2011
Schwetzingen
Collegium Novum Zürich
Heinz Holliger, Leitung
www.swr.de/swr2/schwetzinger-festspiele
György Kurtág Porträt

Dienstag, 19. Juli 2011, 20 Uhr
Ingolstadt, Festsaal
Collegium Novum Zürich
Olga Pasichnyk, Sopran
Heinrich Mätzener, Klarinette
Elmar Schmid, Klarinette
Jacqueline Ott, Schlagzeug
Stefan Wirth, Klavier
Bettina Boller, Violine
Urs Walker, Violine
Hugo Bollschweiler, Viola
Imke Frank, Violoncello
Martina Schucan, Violoncello
Johannes Nied, Kontrabass
Jörg Widmann, Leitung
Jörg Widmann ... umdüstert ... für Kammerensemble (1999/2000)
Jörg Widmann Sieben Abgesänge auf eine tote Linde nach Gedichten von Diana Kempff für Sopran, Violine, Klarinette und Klavier (1997)
Jörg Widmann Fieberphantasie für Klavier, Streichquartett und Klarinette (1999)
Jörg Widmann Freie Stücke für Ensemble (2002)